Werbemittel
Postaktuell planen, Maße, Gewichte und Zustellentgelte der Deutschen Post
Werbemittel planen mit Postaktuell: Formate, Maße, Gewichtsgrenzen und Zustellentgelte der Deutschen Post plus Beispielrechnung für den Mailingplan.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Werbemittel planen heißt bei Postaktuell, Format, Gewicht und Zustellentgelt vor dem Druck festzulegen.
- Die Deutsche Post unterscheidet vier Formate: Postkarte, Standard, Groß und Maxi.
- Es gelten 1.000 Gramm Höchstgewicht, 5 Zentimeter Höchstdicke und 10 mal 7 Zentimeter Mindestmaß.
- Abgerechnet wird je Tausend Sendungen, der Satz sinkt mit steigender Auflage.
- Beispielrechnung: 40.000 Haushalte im Format Groß kosten rund 14.400 Euro inklusive Reserve.
Postaktuell als Werbemittel: Was die Deutsche Post anbietet
Postaktuell ist die Werbesendung der Deutschen Post, die ohne Adressen an alle Haushalte eines Zustellbezirks verteilt wird. Wer eine Auflage von 40.000 Exemplaren an einen Bezirk übergibt, erreicht dort jeden Briefkasten, der keine Werbung ablehnt. Eine Adressdatei ist nicht nötig, eine Einwilligung der Empfänger ebenfalls nicht.
Damit gehört Postaktuell zu den klassischen Werbemaßnahmen ohne individuelle Ansprache. Beileger, Postwurfsendung und Handzettel sind bekannte Formen, die in der Übersicht der Kategorie:Werbemaßnahme, Wikipedia zusammenstehen. Für den Mittelstand ist das der günstigste Weg, ein ganzes Stadtgebiet abzudecken.
Der Unterschied zur adressierten Dialogpost liegt in der Streuung. Postaktuell erreicht Haushalte nach Gebiet, nicht nach Zielgruppe. In den Ballungsräumen von Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg lassen sich Bezirke feiner zuschneiden als in dünn besiedelten Landkreisen Sachsens oder Niedersachsens.
Wer Streuverluste begrenzen will, wählt Bezirke nach Einzugsgebiet, Kaufkraft und Wettbewerbsdichte. Als Planungsgrundlage dienen die Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Lebenshaltungskosten (private Konsumausgaben) Deutschland - Statistisches Bundesamt, aus denen sich das Ausgabenniveau je Region ablesen lässt.
Postaktuell ist ein Below-the-line-Instrument und läuft neben klassischer Mediawerbung. Solche Maßnahmen ergänzen den Mediamix, wie die Kategorie:Verkaufsförderung, Wikipedia zeigt. Im Mailingplan steht Postaktuell deshalb meist neben adressierten Sendungen und Beilegern in Tageszeitungen.
Wo Postaktuell im Mediamix liegt
Anders als Publikumszeitschriften unterliegt Postaktuell keiner Auflagenkontrolle durch die IVW. Es gibt keinen gemessenen Werbeträger, sondern eine Zustellleistung mit Auftragsbestätigung. Reichweitenmodelle der agma und Erhebungen von GfK Media Measurement liefern Anhaltspunkte für die Haushaltsstruktur, ersetzen aber keine Gebietsbuchung.
Der ZAW führt Postwurfsendungen in seiner Werbestatistik als eigenes Segment. Für die Planung heißt das: Der Kontakt ist kalkulierbar, die Wirkung nicht gemessen. Wer Vergleichbarkeit braucht, arbeitet mit Rücklaufcodes.
Was Postaktuell nicht leistet
Keine Adressselektion, keine Personalisierung, keine Erfolgsmessung je Kontakt. Datenschutzrechtlich ist die Streuung einfacher als adressierte Werbung, weil keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Sobald Response-Elemente hinzukommen, greifen DSGVO und TTDSG.
Aufkleber wie keine Werbung einwerfen sind zu beachten. Wer sie ignoriert, riskiert Abmahnungen nach dem UWG.
Formate und Maße: Welche Werbemittel planbar sind
Die Deutsche Post definiert für Postaktuell vier Formate mit festen Höchstmaßen. Sie reichen von der Postkarte bis Maxi und decken damit Flyer, Prospekte, Kataloge und flache Warenproben ab. Werbemittel im Streuplan müssen diese Grenzen einhalten, sonst wird die Sendung nicht angenommen.
| Format | Höchstmaße (Breite x Höhe) | Typisches Werbemittel | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Postkarte | 23,5 x 12,5 cm | Antwortkarte, Gutschein | Kurzaktion mit Termin |
| Standard | 22,5 x 16,0 cm | Flyer, Faltblatt | Angebot, Neueröffnung |
| Groß | 33,5 x 24,0 cm | Prospekt DIN A4, gefalzt | Sortiment, Preisliste |
| Maxi | 45,0 x 35,0 cm | Katalog, schwere Prospekte | Vollsortiment, Fachhandel |
Für die Planung zählt nicht nur die flache Größe. Entscheidend sind Höchstgewicht, Dicke und Mindestmaß, die für alle vier Formate gelten. Ein Prospekt im Format Groß mit 16 Seiten liegt schnell über dem Gewicht eines vierseitigen Prospekts und verändert damit das Entgelt.
Ein zweiter Punkt ist das Papiergewicht. In Deutschland sind 80 bis 135 Gramm pro Quadratmeter für Prospekte üblich, Katalogpapiere liegen darüber. Wer Werbemittel plant, legt Papierstärke, Seitenzahl und Format gleichzeitig fest, weil alle drei das Gewicht bestimmen.
Maße früh festlegen
Die Maße gehören ins Briefing an die Druckerei, nicht in die Nachkalkulation. Wer druckt und erst danach das Format prüft, riskiert eine Neuauflage auf eigene Kosten. Die Formatvorgaben der Deutschen Post sollten deshalb vor der Druckfreigabe schriftlich vorliegen.
Werbemittel im Streuplan
Werbemittel sind alle Träger von Werbebotschaften, vom Plakat bis zur Warenprobe. Die Kategorie:Werbemedium, Wikipedia zeigt, wie breit dieses Feld ist und wo Postwurfsendungen darin stehen.
Gewichtsgrenzen und Zustellentgelte der Deutschen Post
Für Postaktuell gilt eine Gewichtsgrenze von 1.000 Gramm je Sendung. Die Dicke darf 5 Zentimeter nicht überschreiten, das Mindestmaß liegt bei 10 mal 7 Zentimetern. Innerhalb dieser Grenzen entscheidet das Format über den Preis, nicht eine eigene Gewichtsstaffel.
Das Zustellentgelt wird je Tausend Sendungen abgerechnet und fällt je nach Format und Auflage unterschiedlich aus. Die folgenden Korridore geben die Größenordnung wieder, die die Deutsche Post für Werbung ohne Adresse veröffentlicht. Die verbindlichen Sätze nennt die jeweils gültige Preisliste.
| Format | Höchstgewicht | Zustellentgelt je 1.000 Sendungen netto |
|---|---|---|
| Postkarte | 1.000 g | etwa 45 bis 60 Euro |
| Standard | 1.000 g | etwa 60 bis 85 Euro |
| Groß | 1.000 g | etwa 75 bis 110 Euro |
| Maxi | 1.000 g | etwa 100 bis 140 Euro |
Die Sätze gelten netto, hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Unterhalb einer Auflage von rund 20.000 Sendungen steigt der Satz je Tausend deutlich, oberhalb von 100.000 sinkt er. Abgerechnet wird immer die volle Auflage, weil jeder Haushalt im gebuchten Bezirk bedient wird.
Zusätzlich gilt je Zustellbezirk eine Mindestmenge. Kleine Auflagen verteilen sich deshalb auf ganze Bezirke oder werden mit anderen Aufträgen gebündelt.
Zustellentgelt berechnen
Die Rechnung folgt einem festen Muster. Erst das Gewicht und die Dicke des Musters prüfen, dann das Format zuordnen. Danach den Satz je Tausend aus der Preisliste nehmen und mit der Auflage in Tausend multiplizieren. Zuletzt die Umsatzsteuer und die Nebenkosten aufschlagen.
Wer 40.000 Sendungen im Format Groß plant und von 85 Euro je Tausend ausgeht, kommt auf 3.400 Euro netto für die Zustellung.
Was die Entgelte nicht enthalten
Druck, Papier, Daten für die Gebietsauswahl und Agenturleistungen sind nicht Teil des Zustellentgelts. Auch eine Nachauflage wird gesondert berechnet. Wer das Gesamtbudget plant, rechnet diese Positionen getrennt und addiert sie am Ende.
Zustellentgelte in den Mailingplan einrechnen
Der Mailingplan verbindet Ziel, Gebiet, Format, Auflage und Budget. Das Zustellentgelt ist darin eine feste Position, keine Restgröße. Wer zuerst druckt und dann die Zustellung kalkuliert, plant am Ziel vorbei.
Der Ablauf folgt fünf Schritten.
- Ziel und Zielgruppe festlegen: Response, Reichweite oder Bekanntheit.
- Gebiet auswählen: Zustellbezirke nach Einzugsgebiet und Kaufkraft.
- Format und Gewicht bestimmen: Maße, Seitenzahl, Papierstärke.
- Auflage und Entgelt kalkulieren: Satz je Tausend, Gesamtkosten, Umsatzsteuer.
- Rücklauf messen: Aktionsnummern, Codes, Auswertung je Bezirk.
Für die Gebietsauswahl helfen Strukturdaten des Statistischen Bundesamtes zur Ausstattung mit Gebrauchsgütern - Statistisches Bundesamt. Wer Haushalte mit bestimmten Geräten oder Medienanschlüssen erreichen will, grenzt Bezirke danach ein.
Budgetposten im Überblick
- Konzeption und Text
- Gestaltung und Reinzeichnung
- Druck und Papier
- Gebietsauswahl und Daten
- Zustellentgelt
- Auswertung und Nachbereitung
Terminplanung
Zwischen Druckfreigabe und Zustellung liegen mehrere Wochen. Deutsche Druckereien arbeiten im Herbst mit vollen Kapazitäten, weil Handel und Versand auf das Weihnachtsgeschäft zulaufen. Wer im November zustellen will, bucht Papier und Bezirke deshalb im September.
Zustellbezirke und Mindestmengen
Die Deutsche Post teilt das Zustellgebiet in Bezirke, die sich zu größeren Einheiten zusammenfassen lassen. Für die Auswahl zählt die Zahl der Haushalte, nicht die Fläche. Ein Bezirk in Hamburg oder Berlin enthält auf einem Quadratkilometer mehr Haushalte als ein Landkreis in Niedersachsen.
Puffer einplanen
Druckmengen schwanken, Bezirke werden umgestellt, Papierpreise ändern sich. Zehn bis fünfzehn Prozent Reserve auf das Gesamtbudget sind in der Praxis üblich. Wer Nachauflagen oder Gebietserweiterungen plant, kalkuliert sie von Anfang an mit.
Beispiel: Ein Postaktuell-Mailingplan mit Budget und Reichweite
Ein Möbelhaus in Nordrhein-Westfalen fährt eine Herbstaktion. Ziel sind 40.000 Haushalte im Umkreis von 15 Kilometern. Geplant ist ein vierseitiger Prospekt im Format Groß, DIN A4 gefalzt, mit 135 Gramm Papier und etwa 45 Gramm Gewicht je Exemplar.
Damit liegt die Sendung innerhalb der Gewichtsgrenze, aber im oberen Bereich des Formats. Eine Postkarte wäre deutlich günstiger, würde das Sortiment aber nicht abbilden. Ein Katalog im Format Maxi wäre teurer und für eine Aktion mit Aktionspreisen zu schwer.
Die Kalkulation sieht so aus:
| Position | Annahme | Kosten |
|---|---|---|
| Auflage | 40.000 Exemplare | |
| Druck und Papier | 4 Seiten, 135 g/m² | 6.800 Euro |
| Gebietsauswahl | 40.000 Haushalte | 400 Euro |
| Zustellentgelt | Format Groß, 85 Euro je 1.000 | 3.400 Euro |
| Konzeption und Gestaltung | pauschal | 2.500 Euro |
| Reserve | 10 Prozent | 1.310 Euro |
| Gesamt | 14.410 Euro |
Das entspricht rund 36 Cent pro Haushalt. Druck und Zustellung machen zusammen etwa 70 Prozent des Budgets aus. Wer auf 20 Gramm Papier wechselt, senkt die Druckkosten, verliert aber Haptik.
Für die Erfolgsmessung bekommt der Prospekt eine Aktionsnummer, die nur in diesem Gebiet gilt. Nach vier Wochen lässt sich der Rücklauf je Bezirk auswerten und mit der Kaufkraft vergleichen. So entsteht eine Grundlage für die nächste Auflage.
Was das Beispiel zeigt
Das Zustellentgelt ist planbar, sobald Format und Auflage feststehen. Es bleibt aber an Format und Auflage gebunden. Wer früh rechnet, passt das Werbemittel an das Budget an und nicht umgekehrt.
Übertragung auf andere Branchen
Gastronomie und Einzelhandel fahren kleinere Auflagen mit Postkarten oder Flyern im Format Standard. Fachhandel und Kataloganbieter arbeiten mit Maxi und höheren Auflagen. Die Struktur der Rechnung bleibt gleich, nur Format und Satz wechseln.
Checkliste: Vor dem Druck alle Maße und Gewichte prüfen
- Format gewählt: Postkarte, Standard, Groß oder Maxi
- Höchstmaße, Höchstdicke und Mindestmaß geprüft
- Muster gewogen, Gewicht unter 1.000 Gramm bestätigt
- Papierstärke und Seitenzahl schriftlich im Briefing
- Zustellentgelt aus der aktuellen Preisliste übernommen
- Auflage und Zustellbezirke gebucht, Reserve im Budget
- Rücklaufmessung mit Aktionsnummer vorbereitet
Die Checkliste gehört vor die Druckfreigabe, nicht danach. Jeder offene Punkt kostet Zeit oder Geld.
Häufige Fragen
Welche Formate bietet Postaktuell?
Die Deutsche Post unterscheidet Postkarte, Standard, Groß und Maxi. Jedes Format hat eigene Höchstmaße, das Gewicht ist auf 1.000 Gramm begrenzt.
Was kostet die Zustellung je Tausend Sendungen?
Je nach Format und Auflage liegen die Sätze netto zwischen rund 45 Euro für Postkarten und rund 140 Euro für Maxi. Hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.
Wie schwer darf eine Postwurfsendung sein?
Höchstens 1.000 Gramm, die Dicke darf 5 Zentimeter nicht überschreiten. Das Mindestmaß liegt bei 10 mal 7 Zentimetern.
Worin unterscheidet sich Postaktuell von Dialogpost?
Postaktuell läuft ohne Adressen an alle Haushalte eines Bezirks. Dialogpost braucht eine Adressdatei und erlaubt Personalisierung.
Wie viel Vorlauf braucht ein Postaktuell-Mailing?
Für Druck, Freigabe und Gebietsbuchung sind mehrere Wochen einzuplanen. Im Herbst sind deutsche Druckereien ausgelastet, dann lohnt eine frühere Buchung.
Lohnt sich Postaktuell für kleine Auflagen?
Ab rund 20.000 Sendungen sinkt der Satz je Tausend spürbar. Kleinere Betriebe fahren deshalb Postkarten oder Flyer in ausgewählten Bezirken.