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Agentur anfragen: Welche Unterlagen die Anfrage vergleichbar machen
Agentur anfragen: mit Anfrage-Mappe, klarem Briefing und Bewertungsraster vergleichbare Angebote erhalten. Checkliste, Beispiele und FAQ für den Vergleich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Anfrage-Mappe mit sechs Pflichtteilen macht Angebote inhaltlich vergleichbar.
- Ein gemeinsames Anfrageblatt beantworten alle Agenturen wortgleich.
- Teamnamen und Honorarmodell gehören in die Anfrage, nicht ins Nachgespräch.
- Der Muster-Agenturvertrag zeigt, welche Angaben der Kunde ohnehin liefern muss.
Warum unspezifische Anfragen den Vergleich zerstören
Die GWA-Studie zu Agentur-Kunden-Beziehungen nennt ein wiederkehrendes Problem: Agenturen monieren seit Jahren, dass Briefings zu unspezifisch sind. Häufig bleibt offen, wohin das Unternehmen selbst will. Genau dieser Punkt entscheidet später darüber, ob zwei Angebote überhaupt dieselbe Leistung beschreiben. Wer vergleichbar anfragen will, liefert deshalb Ziele, Umfang und Rahmenbedingungen schriftlich mit. Ohne diese Angaben bewertet jede Agentur einen anderen Auftrag, und der Vergleich verliert seine Aussagekraft. Das ist keine Formalie, sondern die Grundlage jeder Bewertung.
Sechs Pflichtteile der Anfrage-Mappe
Die folgende Struktur übersetzt die Vorgaben aus Checkliste und Mustervertrag in ein Arbeitsdokument. Beispielhaft, nicht abschließend:
| Teil | Inhalt | Warum wichtig |
|---|---|---|
| 1 | Absender, Ansprechpartner, Entscheider | Ein One-Voice-Feedback braucht klare Zuständigkeit |
| 2 | Produkte, Dienstleistungen, Vertragsgebiet | Der Mustervertrag trägt diese drei Punkte namentlich ein |
| 3 | Kommunikationsziele, KPIs | Steuert Bewertbarkeit |
| 4 | Budgetrahmen, Zeitraum | Angebote ohne Budget sind nicht vergleichbar |
| 5 | Timing, Mandatories | Verhindert Nachträge |
| 6 | Briefing- und Freigabeprozess | Templates, One-Voice-Feedback, Freigabe |
Die Checkliste von die-richtige-agentur.de verlangt, den Briefing-Prozess gemeinsam mit der Agentur festzulegen und Templates nach Projektumfang und Media-Kanal zu unterscheiden. Inhalte des Briefings sind laut Checkliste Kommunikationsziele, KPIs, Budgets, Timing und Mandatories. Ergänzend sollten Sie definieren, wer auf Ihrer Seite das Briefing freigibt und wer das konsolidierte Feedback liefert. So vermeiden Sie Rückfragen, die den Zeitplan verzögern.
Der Muster-Agenturvertrag liefert eine brauchbare Orientierung für Teil 2. Er hält fest, dass der Kunde der Agentur alle erforderlichen oder dienlichen Daten und Informationen über Marketingziele, Märkte und Produkte unaufgefordert zur Verfügung stellt. Eine Anfrage, die diese Angaben gleich mitliefert, verkürzt den späteren Abstimmungsaufwand erheblich. Je vollständiger diese Angaben vorliegen, desto weniger Annahmen muss die Agentur treffen.
Entscheider, Team und Chemie
Die GWA-Studie zeigt einen weiteren Befund: Im Auswahlprozess steht der menschliche Faktor an erster Stelle, noch vor dem Kostenaspekt. Deshalb gehört in die Anfrage die Bitte, konkret die Personen zu benennen, die später arbeiten. Wer die Arbeit freigibt, sollte das Briefing vorher gesehen haben. Halten Sie die Zahl der Entscheider klein. Wer das Briefing vorher gesehen hat, kann später schneller freigeben.
Praktischer Zusatz: Ein Vergleichsraster je Agentur mit Leistungsumfang, Honorarmodell, ausgewiesenen Fremdkosten und Teamnamen. Bewerten Sie Chemie und Team als K.-o.-Kriterium, nicht als Nachrang. Sonst wählen Sie nach Zahlen und arbeiten später gegen die Menschen. Tragen Sie diese Angaben direkt in das Raster ein, damit keine Position verloren geht.
Beispielrechnung zur Anfrage-Vorbereitung
Angenommen, drei Agenturen erhalten dieselbe Anfrage-Mappe mit sechs Pflichtteilen. Jede liefert ein Angebot auf demselben Anfrageblatt zurück. Ihre Bewertung kostet bei drei Anbietern und je einer Stunde Lesezeit rund drei Arbeitsstunden. Ohne dieses Blatt entstehen individuelle Nachfragen, geschätzt eine Stunde pro Agentur zusätzlich.
Die Zahl ist ein Rechenbeispiel, keine Marktangabe. Sie zeigt nur, dass ein standardisiertes Anfrageblatt den Prüfaufwand senkt. Achten Sie darauf, Honorarmodelle mit Einheit, Zeitraum und Netto- oder Bruttoangabe anzufordern. Sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Vergleichbar wird die Rechnung erst, wenn alle Anbieter dieselbe Bezugsgröße nennen.
Häufige Fragen
Muss ich mein Budget in der Anfrage offenlegen? Der Muster-Agenturvertrag verlangt, dass der Kunde der Agentur vor dem neuen Geschäftsjahr seinen voraussichtlichen Geschäftsumfang und das zur Verfügung stehende Budget mitteilt und dass diese Budgetangaben nachvollziehbar und ggf. anhand von Belegen nachprüfbar dargelegt werden. Für die Anfrage gilt: Ein nachvollziehbarer Rahmen erleichtert vergleichbare Angebote. Er ist keine Vorgabe, sondern Ihre Entscheidung.
Wie viele Agenturen sollte ich anfragen? Die Quellen nennen keine feste Zahl. Ein gemeinsames Anfrageblatt funktioniert ab zwei Anbietern. Entscheidend ist, dass alle dieselben Fragen wortgleich beantworten.
Was gehört in den Freigabeprozess? Die Checkliste empfiehlt, den Freigabeprozess zu definieren und sicherzustellen, dass die Agentur zeitnah ein konsolidiertes Feedback erhält. Wer freigibt, sollte das Briefing kennen.