Werbekanäle
Teil von Mediaplanung kleines Budget: So bauen Sie einen Plan aus echten Mediadaten
Streuplan erstellen: Belegungsplan mit echten Auflagenzahlen
Streuplan für einen Monat: IVW-Auflage, Belegungstage und POSTAKTUELL-Preise 2026 in einer Plantabelle mit Kontakten, TKP und Budgetzeile verbinden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Auflage kommt aus der IVW-Quartalsmeldung, nicht aus der Verlagsbroschüre.
- Kontakte sind Auflage mal Belegungen, je Ausgabe gerechnet.
- Die Kostenzeile folgt der POSTAKTUELL-Gewichtsstaffel, Stand 01.01.2026, netto zzgl. USt.
- Die Haushaltszahlen des Verteilgebiets werden zum Monatsanfang aktualisiert.
Schritt 1: Auflage aus der IVW-Quartalsmeldung holen
Die IVW erfasst und prüft die quartalsweise gemeldeten Auflagen ihrer Mitgliedsverlage, für gedruckte Ausgaben ebenso wie für digitale Publikationen. Die Auflagenzahlen des zweiten Quartals 2026 wurden am 21.07.2026 veröffentlicht; für das dritte Quartal 2026 ist der 21.10.2026 als Termin notiert (IVW-Termine und Auflagenzahlen Q2/2026).
Notieren Sie beim Übernehmen einer Zahl immer drei Dinge: Quartal, Titel und Objektart. Eine Auflage ohne Quartalsangabe ist im Plan wertlos, weil sie später nicht mehr gegen die Meldequelle geprüft werden kann. Für Ihre Monatsplanung zählt die Angabe zum Quartal, in dem Ihre Belegung liegt. Die Meldeformulare für das dritte Quartal 2026 werden am 21.09.2026 bereitgestellt, die Auflagenzahlen am 21.10.2026 veröffentlicht.
Beachten Sie die Aufteilung. Die über alle Distributionswege (Print, ePaper, Paid Content) erzielten Auflagen einer IVW-zertifizierten Pressemarke weist die IVW getrennt im Dashboard der IVW-Gesamtzahl aus. Für einen Printstreuplan zählt die Printauflage, nicht die Gesamtzahl der Marke.
Schritt 2: Belegungstage und Schaltungen eintragen
Tragen Sie je Titel das Erscheinungsdatum innerhalb Ihres Monats ein. Aus der Zahl der Belegungstage ergibt sich die Zahl der Schaltungen.
Die Plantabelle sollte mindestens diese Spalten enthalten:
| Titel / Ausgabe | IVW-Auflage (Quartal) | Belegungstage im Monat | Schaltungen | Kontakte = Auflage x Schaltungen |
|---|---|---|---|---|
| Beispieltitel A | 40.000 (Q2/2026) | 4 | 4 | 160.000 |
| Beispieltitel B | 12.000 (Q2/2026) | 2 | 2 | 24.000 |
Die Zeile ist ein Rechenbeispiel mit erfundenen Auflagenwerten, keine Marktangabe. Ergänzen Sie zwei Felder, die später die Freigabe steuern: "IVW-Quartal eingetragen?" und "Preiszeile geprüft?". Für die Verteilmenge eines Haushaltsstreuplans gilt zusätzlich: Die Haushaltszahlen werden immer zum Monatsanfang aktualisiert, zuvor erstellte Aufträge werden dabei mitgezogen (Aktualität der Haushaltszahlen). Planen Sie die Menge deshalb kurz vor Versand, nicht Monate im Voraus.
Belegungstage gehören immer zur konkreten Ausgabe. Bei Zeitungen mit Regionalausgaben rechnen Sie je Ausgabe und Erscheinungstag, sonst zählen Sie Kontakte doppelt. Prüfen Sie außerdem, wie weit das Verbreitungsgebiet und Ihr Streugebiet auseinanderfallen: Nur die Kontakte innerhalb Ihres Zielgebiets zählen für die Planung, nicht die volle Auflage.
Schritt 3: Kontakte rechnen und TKP ableiten
Die Kontaktzahl ist Auflage mal Schaltungen, getrennt je Titel und Ausgabe. Anschließend addieren Sie die Zeilen zu einer Monatssumme.
Für den Tausenderkontaktpreis teilen Sie die Kosten des Titels durch die Kontakte und multiplizieren mit 1.000. Ein Beispiel: 40.000 Auflage, vier Belegungen, 160.000 Kontakte. Kostet der Titel in dieser Rechnung 3.200 Euro netto, ergibt das 20 Euro TKP (3.200 / 160.000 x 1.000 = 20). Das ist eine illustrative Rechnung, kein Marktpreis.
Der Vergleich über mehrere Titel hinweg funktioniert nur, wenn alle Kontaktzahlen aus derselben Melderunde stammen. Mischen Sie keine Auflagen aus unterschiedlichen Quartalen in einer Tabelle, sonst ist der TKP-Vergleich schief. Halten Sie zudem fest, ob Print, ePaper oder die Gesamtzahl der Marke in Ihrer Tabelle steht, denn nur so bleibt die Monatssumme zwischen den Zeilen vergleichbar.
Für Tageszeitungen kommt ein zweites Werkzeug infrage: die IVW-Verbreitungsanalyse. Sie zeigt die verkaufte Auflage aufgeschlüsselt nach Kreisen, kreisfreien Städten und Gemeinden, wird im Zwei-Jahres-Rhythmus erstellt und ist als kostenpflichtige Excel-Datei erhältlich. Das hilft, wenn Ihr Streugebiet nicht deckungsgleich mit dem Verbreitungsgebiet ist.
Schritt 4: Kostenzeile und Einlieferung prüfen
Die Kostenseite folgt nicht der Auflage, sondern dem Gewicht. Die POSTAKTUELL-Staffel für "an alle Haushalte" ist nach Gramm gestuft: ab 101 Gramm stehen 258 Euro je 1.000 Sendungen im Kerngebiet und 295 Euro im Randgebiet. Die letzte feste Gewichtsstufe ist 241 Gramm, für 251 bis 1.000 Gramm gilt "auf Anfrage". Gewichtsbruchteile sind auf ganze Gramm aufzurunden, die Preise sind netto zzgl. USt., Stand 01.01.2026 (POSTAKTUELL-Preisstaffel 2026).
Runden Sie im Plan bewusst auf. Ein Entwurf mit 100,4 Gramm liegt in der Stufe ab 101 Gramm und damit in einer anderen Kostenzeile.
Vor dem Versand steht die Formalie: Bei einer Vielzahl von Sendungsarten der Deutschen Post ist die Vorlage einer gedruckten und vollständig ausgefüllten Einlieferungsliste die Voraussetzung für die Annahme am Postschalter (Einlieferungsliste als Annahmevoraussetzung). Einlieferungslisten entstehen über das Webtool, die kostenlose Software der Deutschen Post oder bereitgestellte PDFs.
Häufige Fragen
Reicht die Auflage aus dem Mediadaten-PDF des Verlags? Als Arbeitswert ja, als Beleg nein. Im Plan sollte die geprüfte Quartalszahl samt Quartal stehen, weil sie gegen die Meldequelle nachvollziehbar ist.
Was mache ich, wenn kein IVW-Wert für einen Titel vorliegt? Dann bleibt die Zeile leer oder Sie verzichten auf den Titel. Eine geschätzte Auflage in der Kontaktspalte macht die Monatssumme unbrauchbar.
Muss ich die Einlieferungsliste für jeden Monat neu erstellen? Nicht von Grund auf: Die Software kann Einlieferungslisten zur Wiederverwendung speichern. Prüfen und aktualisieren Sie die Angaben für die konkrete Einlieferung.