Mediaplanung
Teil von Digitale Werbung lokal: Kanäle, Gebiete und belastbare Messung
Wie genau grenzt Geotargeting ein Gebiet ab?
Geotargeting in Google Ads: Präsenz oder Interesse, Präsenz und Standortausschluss verglichen. Wo Streuverlust laut Google-Hilfe unvermeidbar bleibt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Google Ads grenzt Gebiete über Länder, Regionen, Umkreise oder Standortgruppen ab.
- Standard ist "Präsenz oder Interesse": erreicht werden auch Nutzer mit bloßem Interesse am Gebiet.
- Der Ausschluss greift nur bei vermuteter Präsenz vor Ort, nicht bei Interesse.
- Eine exakte Abgrenzung garantiert Google ausdrücklich nicht.
Vier Arten der Gebietsabgrenzung
Mit der geografischen Ausrichtung legen Sie fest, an welchen Standorten Ihre Anzeigen ausgeliefert werden. Zur Wahl stehen Länder, Regionen innerhalb eines Landes, Umkreise um einen Standort sowie Standortgruppen. Zu Letzteren zählt Google Orte von Interesse, eigene Unternehmensstandorte oder nach demografischen Merkmalen gewählte Regionen. Die verfügbaren Optionen variieren laut Hilfe je nach Land.
Für ein regionales Unternehmen entscheidet weniger die Gebietsform als die Zielgruppe. Ein Möbelhaus mit festem Liefergebiet will Menschen erreichen, die tatsächlich dort wohnen oder sich regelmäßig dort aufhalten. Ein Reiseanbieter mit regionalem Bezug kann dagegen auch von bloßem Interesse profitieren. Solche Zuordnungen sind eine praktische Empfehlung, keine Vorgabe von Google.
Die eigentliche Frage: Wen erreichen Sie wirklich?
Die Abgrenzung entscheidet nicht nur über das Gebiet, sondern über die Personengruppe. Google unterscheidet vermuteten oder regelmäßigen Aufenthalt von bloßem Interesse. Orte von Interesse ermittelt Google unabhängig von der Domain, auf der gesucht wurde. Ein Suchbegriff oder ein kürzlicher Aufenthalt in der Zielregion kann dieses Interesse auslösen.
Das erklärt den typischen Streuverlust: Bei der Standardeinstellung sehen auch Menschen Ihre Anzeige, die sich gar nicht im Gebiet befinden. Sie haben nur Interesse gezeigt. Eine scharfe geografische Grenze ist damit nicht dasselbe wie eine scharfe Zielgruppengrenze. Nach der Standardlogik erreichen Sie Nutzer, die sich vermutlich in Ihren Zielregionen befinden oder sich regelmäßig dort aufhalten, sowie Nutzer mit Interesse an diesen Regionen, wie die Hilfe zu den erweiterten Standortoptionen beschreibt.
Standorttypen im Vergleich
Die folgende Übersicht stellt die drei Optionen und ihre dokumentierten Folgen gegenüber. Die Spalte "verbleibender Streuverlust" nennt nur, was die Hilfe belegt, ohne eigene Prozentannahmen.
| Standorttyp | Wen erreicht die Anzeige | Dokumentierte Folge | Verbleibender Streuverlust |
|---|---|---|---|
| Präsenz oder Interesse (Standard) | Vermuteter oder regelmäßiger Aufenthalt plus Interesse am Gebiet | Standardeinstellung, von Google empfohlen | Nutzer außerhalb des Gebiets mit Interesse werden mitgezählt |
| Präsenz | Nutzer, die sich vermutlich gerade oder normalerweise in der Zielregion aufhalten | Bei den meisten Kampagnen sinken die Impressionen | Interesse allein reicht nicht mehr, Reichweite außerhalb bleibt unklar |
| Standortausschluss | Ausschluss einzelner oder mehrerer Regionen | Standardmäßig nur Personen mit vermuteter Präsenz dort ausgeschlossen | Wer sich außerhalb aufhält, kann die Anzeige weiterhin sehen |
Die Zeile "Präsenz" gilt nicht für jede Kampagnenart: Für Hotelkampagnen wird laut Google ausschließlich dieses Targeting verwendet. Wer von der Standardoption abweicht, verringert bei den meisten Kampagnen die Impressionen und sollte das nur tun, wenn er den Traffic der Kampagne steuern will.
Kleine Gebiete und die Grenze der Genauigkeit
Richtet sich eine Anzeige auf eine kleine Region, kann sie nur sporadisch oder überhaupt nicht erscheinen, weil die Ausrichtungskriterien nicht immer erfüllt sind, wie die Anleitung zur geografischen Ausrichtung festhält. Ein eng zugeschnittenes Gebiet ist also kein Versprechen auf planbare Auslieferung.
Hinzu kommt die grundsätzliche Unsicherheit: Die geografische Ausrichtung stützt sich auf mehrere Signale, etwa Einstellungen, Geräte und Verhalten der Nutzer. Weil diese Signale schwanken, garantiert Google keine vollständig genauen Ergebnisse. Bei sehr kleinen Gebieten kann die Auslieferung deshalb sporadisch ausbleiben.
Praktisch heißt das: Entscheiden Sie zuerst, ob Sie Reichweite oder Nähe priorisieren, und wählen Sie danach den Standorttyp. Beobachten Sie anschließend die Impressionen getrennt nach Standorttyp. Diese Reihenfolge ist eine Empfehlung, keine Vorgabe von Google.
Häufige Fragen
Ist der Standortausschluss wirklich strikt? Nein. Standardmäßig werden nur Nutzer ausgeschlossen, die sich vermutlich an den ausgeschlossenen Standorten befinden. Personen außerhalb erhalten die Anzeige unter Umständen weiterhin.
Warum liefert meine Anzeige im kleinen Umkreis kaum aus? Bei kleinen Regionen sind die Ausrichtungskriterien nicht immer erfüllt. Die Folge können sporadische oder ganz ausbleibende Auslieferungen sein.
Lässt sich die Standardeinstellung ändern? Ja. Sie können pro Kampagne den Standorttyp auf "Präsenz" umstellen. Google empfiehlt das aber nur, wenn Sie den Traffic der Kampagne steuern wollen, weil bei den meisten Kampagnen die Impressionen sinken. Eine Rückkehr zur reinen Interessen-Ausrichtung ist dagegen nicht vorgesehen: Der Wert SEARCH_INTEREST wird für Such-, Display- und Shopping-Kampagnen nicht mehr akzeptiert.