Werbekanäle
Teil von Welches Werbemittel der Direktansprache passt zu meinem Vertrieb?
Zeitungsbeileger als Alternative zum eigenen Mailing
Beileger oder eigenes Mailing? Vergleichen Sie Beilage-Exemplare mit Ihren Anschriften: Auflagen, Preise, Anlieferungsfristen und Werbeverweigerer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Zeitungsbeileger erreicht die Exemplare der gebuchten Ausgabe, ein eigenes Mailing nur die Anschriften, die Sie selbst besitzen.
- Bei der unadressierten Haushaltsverteilung zählt dagegen das Verteilgebiet abzüglich der Haushalte ohne Werbewunsch.
- Beilagen werden je 1.000 eingelegte Exemplare abgerechnet und nicht rabattiert; bei der Rheinischen Post kostet die Beilage bis 20 g ab 107,90 Euro im Ortspreis.
- Vor der Buchung gehören Selektionsgrad, Anlieferungs- und Mustertermine, Mindestbelegung und Laufzeitziel in die Terminliste.
Wann der Beileger das Mailing schlägt
Ein eigenes adressiertes Mailing erreicht nur Haushalte, deren Adressen Sie besitzen. Eine Postwurfsendung erreicht die verteilten Haushalte im gewählten Gebiet; die Reichweite wird über Postleitzahl, Ort oder Zustellbezirk eingekauft. Selektionsgrade, Werbeverweigerer, Zuschläge und Laufzeitziel erläutert die Deutsche Post gebündelt im Postaktuell-Versandhandling (POSTAKTUELL: Planung, Selektionsgrade und Laufzeit).
Ihr Adressbestand nützt nur bei adressierter Werbung. Für die unadressierte Verteilung kaufen Sie Fläche, nicht Kontakte. Entscheidend ist deshalb, wie viele erreichbare Haushalte Ihr Budget ergibt.
Auflage und Verteilgebiet sind nicht dasselbe
Ein Zeitungsbeileger wird in die gedruckte Auflage eingelegt und läuft in die Exemplare, die Abonnenten und Käufer erhalten. Die Rheinische Post weist für Beilagen eine Planungsauflage von 209.367 Exemplaren (Montag bis Freitag) und 230.467 Exemplaren (Samstag) aus, inklusive ePaper (RP Mediadaten 2026: Beilagen und Auflagen). Das sind Exemplare, keine Haushalte und keine Leser. Vergleichen Sie diese Zahl mit Ihren nutzbaren Anschriften.
Bei der Beilage schwankt die Auflage je nach Wochentag und Jahreszeit; die exakte Zahl nennt der Verlag für Ihren Wunschtermin. Bei der unadressierten Haushaltsverteilung gilt der Werbeverweigerer-Abzug dagegen real: Wer keine Werbung wünscht und am Briefkasten darauf hinweist, erhält keine Zustellung.
Selektionsgrad bestimmt den Streuverlust
Die Deutsche Post unterscheidet drei Detailgrade der Verteilung: flächendeckend nach Postleitzahlgebieten, punktgenau nach einzelnen Zustellbezirken und nach Ortsteilen. Der Zustellbezirk ist der Teil eines besiedelten Gebiets, der in der Regel von einem einzelnen Postzusteller bedient wird. Je feiner die Auswahl, desto kleiner die Streuung und desto höher der Aufwand pro Sendung.
Für die Auswahl auf Zustellbezirksebene steht die Profi-Selektion mit der mikrogeografischen Datenbank microdialog bereit. Solche Merkmale sind ein Auswahlwerkzeug, keine Erfolgsgarantie. Prüfen Sie den ausgewählten Kartenausschnitt und die berechnete Sendungsmenge vor der Beauftragung.
Was vor der Buchung zu klären ist
Für die unadressierte Verteilung gilt ein Mindestauftragswert von 300 € pro Auftrag; die Selektion nach Zustellbezirk kostet 10,00 € je 1.000 Sendungen, der Saisonzuschlag vom 1. September bis 31. Dezember 5,00 € je 1.000 Sendungen, netto zuzüglich Umsatzsteuer (Preisliste POSTAKTUELL 2026). Ob ein Zeitungsverlag vergleichbare Zuschläge erhebt, regelt dessen Preisblatt.
Für die Anlieferung nennt die Rhein-Zeitung enge Fenster: Gedruckte Beilagen müssen spätestens fünf und frühestens zehn Tage vor dem Belegungstermin frei Haus eintreffen, zwei Musterexemplare sind vor Auftragsannahme vorzulegen. Die Mindestzahl einer Teilbelegung liegt bei 3.000 Beilagen je Lokalausgabe; letzter Rücktrittstermin ist drei Wochen vor der Beilegung, danach fallen 50 Prozent Ausfallgebühr an (Rhein-Zeitung Preisliste Nr. 85, Beilagen). Bei der Rheinischen Post gilt Anlieferungsschluss vier Werktage vor der Beilegung.
Reichweite gegen Streuverlust rechnen
Das Rechenbeispiel ist hypothetisch. Exemplarzahl und Beilagenpreis stammen aus der Preisliste der Rheinischen Post 2026, der Aufwand für das eigene Mailing ist frei gesetzt und ist kein Tarif der Post oder eines Verlages.
| Position | Eigenes Mailing | Zeitungsbeilage |
|---|---|---|
| Planungsmenge | 5.000 eigene Anschriften | 230.467 Exemplare am Samstag |
| Werbeverweigerer | nicht geprüft | kein Abzug, die Auflage ist verkauft |
| Aufwand | 3.000 Euro (frei gesetzt) | 24.867,39 Euro |
| Aufwand je 1.000 | 600,00 Euro | 107,90 Euro |
| Aufwand je Stück | 0,60 Euro | 0,11 Euro |
Die Beilage ist mit 107,90 Euro je 1.000 Exemplare gerechnet (Ortspreis bis 20 g): 230.467 × 107,90 / 1.000 = 24.867,39 Euro. Das eigene Mailing kostet frei gesetzt 3.000 Euro für 5.000 Anschriften, also 0,60 Euro je Stück. Wie viele Menschen die 230.467 Exemplare erreichen, sagt die Auflage nicht.
Termin, Laufzeit und Vorlauf prüfen
Unadressierte Verteilungen werden in der Regel innerhalb von vier Werktagen zugestellt; die Deutsche Post nennt das ausdrücklich ein Qualitätsziel, keine Laufzeitzusage. Für ein Zeitungsbeilagenmotiv ergibt sich die Erscheinungslogik aus Redaktions- und Anzeigenschluss des Titels.
Kombinieren Sie eine Aktion mit Antwortfrist mit dem Vorlauf beider Wege. Achten Sie auf Feiertage, Saisonzuschläge und darauf, ob Beilagen nur in bestimmten Ausgaben möglich sind.
Häufige Fragen
Reicht ein Beileger, wenn ich keine Kundenadressen habe? Für die unadressierte Verteilung brauchen Sie keine eigenen Adressen. Die Deutsche Post richtet dieses Produkt laut ihrer Produktbeschreibung ausdrücklich an Werbetreibende ohne Kundenadressen.
Wie viele Haushalte erreiche ich tatsächlich? Bei der unadressierten Haushaltsverteilung ziehen Sie von der Haushaltszahl des Gebiets die Werbeverweigerer ab. Bei einer Zeitungsbeilage zählt die Exemplarzahl der gebuchten Ausgabe.
Was muss vor der Buchung geregelt sein? Für die Beilage: Anlieferungsfenster, Musterexemplare, Mindestbelegung je Lokalausgabe, Rücktrittsfrist und Ausfallgebühr. Für die unadressierte Verteilung: Mindestauftragswert, Selektionszuschlag, Saisonzuschlag und die Vorankündigung sieben Tage vor Übergabe.