Werbekanäle
Hauswurfsendungen nach Postaktuell planen und kontrollieren
Postaktuell planen: Verteilgebiet, Auflage, Kern- und Randgebiet, Mindestauftragswert, Ankündigung und Einlieferung Schritt für Schritt erklärt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Postaktuell verteilt identische, unadressierte Sendungen an Haushalte, wahlweise an alle Haushalte oder nur an Haushalte mit Tagespost.
- Die Preise gelten netto je 1.000 Sendungen und unterscheiden Kern- und Randgebiet; Stand der Preisliste ist der 01.01.2026.
- Jeder Auftrag wird digital angekündigt: sieben Kalendertage vor der Übergabe, bei nicht finaler Ankündigung mindestens zwei Kalendertage vor der Einlieferung.
- Gebinde sind Bunde oder Kartons, auf Zustellbezirke konfektioniert, mit maximal 10 kg je Gebinde.
Was Postaktuell von adressierten Mailings unterscheidet
Postaktuell ist eine Hauswurfsendung. Verteilt wird eine inhaltsgleiche Werbesendung ohne Empfängeranschrift. Die Auswahl des Gebiets erfolgt nach Postleitzahl, Ort, Ortsteil oder Zustellbezirk. Das Produkt eignet sich damit für Werbungtreibende, die keine eigenen Kundenadressen mitbringen und trotzdem planbar viele Haushalte erreichen wollen. Die Planung stützt sich auf die Zahl der Haushalte im gewählten Gebiet, nicht auf eine Adressdatei.
Die wichtigste Produktentscheidung steht am Anfang: an alle Haushalte oder an Haushalte mit Tagespost. Die Variante "an alle Haushalte" erreicht jeden Haushalt im selektierten Verteilgebiet. Die Variante "an Haushalte mit Tagespost" liefert an Haushalte, die am Zustelltag sonstige Post erhalten. Werbeverweigerer am Briefkasten bleiben in beiden Fällen außen vor. Die Kennzeichnung auf der größten Außenseite ist vorgeschrieben und lautet je nach Variante "An alle Haushalte" beziehungsweise "Postaktuell-Alle-" oder "An Haushalte mit Tagespost" beziehungsweise "Postaktuell-TagesP-".
Ein Unterschied mit Folgen für die eigene Planung: Bei der Tagespost-Variante werden Mehrstücke dann an Haushalte mit und ohne Tagespost verteilt, wenn die durchschnittliche Tagesquote am Zustelltag unterschritten wird. Wer eine exakt gleichmäßige Verteilung über alle Briefkästen unterstellen will, liegt bei dieser Variante also nicht immer richtig. Die Variante "an alle Haushalte" kennt diese Einschränkung nicht.
Die Zustellung erfolgt laut Deutscher Post in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach dem Einlieferungstag. Ausdrücklich handelt es sich um ein Qualitätsziel und keine Laufzeitzusage (Ablauf und Vorankündigung bei Postaktuell). Wer einen festen Verteiltermin kommunizieren will, sollte diese Formulierung kennen.
Verteilgebiet, Variante und Auflage festlegen
Die drei Detailgrade der Selektion
Für die Gebietsauswahl gibt es drei Detailgrade: Postleitzahl, Ortsteil und Zustellbezirk. Die flächendeckende Variante arbeitet mit Postleitzahlgebieten. Die punktgenaue Variante arbeitet mit einzelnen Zustellbezirken. Der Postaktuell Manager unterstützt Orte, Ortsteile, PLZ-Gebiete und Zustellbezirke als Selektionskriterien und läuft unter Windows und macOS (Funktionen des Postaktuell Managers).
Wer Ortsteile auswählt, sollte eine Einschränkung kennen: Bei der Selektion nach Ortsteilen kann es zu Überschneidungen kommen, eine eindeutige Abgrenzung ist nicht in allen Fällen gewährleistet. Wer eine saubere, nachvollziehbare Abgrenzung braucht, ist mit Zustellbezirken besser bedient. Diese Einheit lässt sich zudem später bei der Gebindefertigung und bei Stichproben wiedererkennen.
Kerngebiet oder Randgebiet
Für die Preisbildung zählt die Einordnung des Gebiets. Kerngebiet sind Postleitzahlbereiche in 17 Gebieten Deutschlands mit hohem bewerbbarem Potenzial. Randgebiet sind alle restlichen Postleitzahlbereiche mit mittlerem bis niedrigerem bewerbbarem Potenzial. Ob das ausgewählte Verteilgebiet als Kern- oder Randgebiet gilt, zeigen das Webtool und der Postaktuell Manager an. Eine eigene Einschätzung ersetzt diese Anzeige nicht.
Haushaltszahlen und Auflage
Die Auflage ergibt sich aus den Haushaltszahlen des gewählten Gebiets. Diese Zahlen werden immer zum Monatsanfang aktualisiert, und bereits erstellte Aufträge werden mitaktualisiert. Die Planung arbeitet also nicht mit einem einmal gespeicherten Wert, sondern mit einer fortlaufend gepflegten Grundlage.
Für die eigene Kalkulation heißt das: Planen Sie mit dem Stichtag Monatsanfang und prüfen Sie vor der Auftragsanlage, ob sich die Zahl seit der letzten Planung verschoben hat. Eine konkrete Haushaltszahl für ein einzelnes Zustellgebiet lässt sich nicht pauschal nennen, weil sie sich nur aus der laufenden Datenbasis für das jeweilige Gebiet ergibt. Die belastbare Zahl liefern der Postaktuell Manager oder das Webtool.
Preise, Zuschläge und Mindestauftragswert rechnen
Die Preislogik
Die Postaktuell-Preise gelten netto zuzüglich Umsatzsteuer, je 1.000 Stück und getrennt nach Kern- und Randgebiet. Der Stand der Preisliste ist der 01.01.2026 (Preisliste Postaktuell 2026). Die Gewichtsstufen beginnen bei bis 20 g und laufen in Grammschritten weiter. Bruchteile beim Gewicht sind auf ganze Gramm aufzurunden.
Für die Gewichtsstufe bis 20 g nennt die Preisliste folgende Werte je 1.000 Sendungen:
| Variante | Kerngebiet | Randgebiet |
|---|---|---|
| An alle Haushalte | 129,00 € | 170,00 € |
| An Haushalte mit Tagespost | 76,00 € | 100,00 € |
Alle Beträge netto zuzüglich Umsatzsteuer, je 1.000 Sendungen, Stand 01.01.2026. Hinzu kommen Zuschläge, die nicht rabattiert werden und auch für aufgezahlte Sendungen zu entrichten sind: 10,00 € je 1.000 Sendungen für die Zustellbezirksselektion und 5,00 € je 1.000 Sendungen Saisonzuschlag für den Zeitraum vom 01.09. bis zum 31.12.
Der Mindestauftragswert
Der Mindestauftragswert beträgt 300,00 € pro Auftrag. Liegt der Gesamtbetrag darunter, können die Sendungen eingeliefert werden, wenn die Differenz bis 300,00 € aufgezahlt wird. Für kleine Testgebiete ist das ein relevanter Posten: Die Aufzahlung ist kein Porto für zusätzliche Sendungen, sondern gleicht den Auftragswert aus.
Beispielrechnung mit eigenen Annahmen
Die folgende Rechnung ist ein durchgerechnetes Beispiel, keine Preisauskunft für ein konkretes Gebiet. Angenommen werden 20.000 Sendungen mit bis zu 20 g, Variante "an alle Haushalte", Kerngebiet, ohne Zustellbezirksselektion und außerhalb des Saisonzeitraums.
- Grundpreis: 20 × 129,00 € = 2.580,00 €
- Zustellbezirksselektion nicht genutzt, 0,00 €; Saisonzuschlag außerhalb 01.09. bis 31.12., 0,00 €
- Zwischensumme netto: 2.580,00 €
- Aufzahlung auf 300,00 €: nicht nötig
- Umsatzsteuer und Abhol- oder Lagerkosten: nicht enthalten
Mit Zustellbezirksselektion kämen 20 × 10,00 € = 200,00 € hinzu, im Saisonzeitraum zusätzlich 20 × 5,00 € = 100,00 €. Die Sendungsmenge selbst ist hier bewusst als Annahme gesetzt und nicht aus der Quelle abgeleitet.
Ein Planungsblatt für den Auftrag
Ein einfaches Blatt pro Auftrag hält die Entscheidungen zusammen und macht sie später prüfbar. Bewährt haben sich diese Spalten:
- Variante: alle Haushalte oder Haushalte mit Tagespost
- Gebiet, Einordnung als Kern- oder Randgebiet und Gewichtsstufe in Gramm
- Haushalte je Zustellbezirk und daraus abgeleitete Sendungsmenge
- Grundpreis je 1.000 Stück, Selektionszuschlag, Saisonzuschlag, Zwischensumme netto
- Ankündigungstermin, Übergabetermin und finaler Ankündigungstermin
Die letzten beiden Zeilen sind der Teil, der in der Praxis am häufigsten zu spät kommt.
Ankündigen, versandfertig machen und einliefern
Die Fristen der Vorankündigung
Sieben Kalendertage vor der Sendungsübergabe ist eine digitale Vorankündigung über das elektronische Auftragsmanagement erforderlich. War diese Vorankündigung nicht final, ist eine vollständige Ankündigung mindestens zwei Kalendertage vor der Einlieferung nötig. Für die Ankündigung stehen der Postaktuell Manager, die Software "Deutsche Post Einlieferungslisten" oder das elektronische Auftragsmanagement direkt zur Verfügung. Bei versäumter oder verspäteter Ankündigung kann sich die Annahme des Auftrags verzögern.
Die Ankündigung enthält unter anderem Einlieferungs- oder Abholtermin mit einer Toleranz von einem Tag, Sendungsmenge mit einer Toleranz von fünf Prozent, Basisprodukt, Gewicht und Zahlungspflichtigen. Wer die Sendungsmenge kennt, kennt damit auch die Rechengröße für die Druckauflage.
Formate und Gebinde
Für Postaktuell gelten ein Höchstgewicht von 250 g je Sendung, höhere Gewichte auf Anfrage, sowie die Maße Länge 140 bis 353 mm, Breite 90 bis 250 mm und Höhe bis 30 mm (Produktdaten und Versandhandling).
Zulässige Gebinde sind Bunde oder Kartons, keine Behälter. Sie werden kreuzweise mit Kunststoffbändern umschnürt und auf Zustellbezirke konfektioniert. Das Höchstgewicht pro Gebinde beträgt 10 kg. Optional lässt sich über den Postaktuell Manager auch auf einen Zustellstützpunkt konfektionieren; dann müssen die Sendungen innerhalb des Gebindes zu je 100 Stück durch versetzte Stapel oder Papiertrennstreifen geordnet sein. Jedes Gebinde erhält einen Bundleitzettel mit den Angaben für den Transport bis zum Zustellstützpunkt und die postalische Kundennummer.
Die Konfektionierung auf Zustellbezirke ist nicht nur eine Versandvorschrift. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass eine spätere Stichprobe überhaupt einem Gebiet zugeordnet werden kann.
Einlieferung in der Filiale
In der Filiale sind bei Postaktuell maximal 5.000 Sendungen je Einlieferung beziehungsweise 10 Bunde oder Kartons möglich, insgesamt höchstens 100 kg und keine Paletten. Wer mit größeren Mengen plant, braucht eine andere Annahmestelle oder eine Abholung. Abholungen sind kostenpflichtig; unter fünf Tonnen Gesamtsendungsnettogewicht wird der Preis laut Preisliste individuell auf Basis von Menge, Abholort und Entfernung kalkuliert. Ein fester Betrag lässt sich dafür nicht nennen.
Was Sie selbst kontrollieren können
Eine Stichprobenquote der Deutschen Post je Zustellbezirk ist in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt. Eine nachvollziehbare Kontrolle baut deshalb auf drei eigenen Bausteinen auf:
- die quittierte Einlieferungsliste als Mengen- und Annahmenachweis
- die Zuordnung der Gebinde zu Zustellbezirken, damit eine Prüfung überhaupt verortet werden kann
- eine kleine eigene Stichprobe in ausgewählten Bezirken mit Datum, Bezirkskennung und Befund
Ein solches Protokoll ist eine eigene Methode, keine Vorgabe der Deutschen Post. Es hilft aber, bei der nächsten Buchung desselben Gebiets auf Erfahrungswerte zurückzugreifen.
Häufige Fragen
Was kostet Postaktuell für 1.000 Sendungen bis 20 g?
Für die Variante "an alle Haushalte" nennt die Preisliste 129,00 € im Kerngebiet und 170,00 € im Randgebiet je 1.000 Sendungen. Für "an Haushalte mit Tagespost" sind es 76,00 € beziehungsweise 100,00 €. Alle Beträge netto zuzüglich Umsatzsteuer, Stand 01.01.2026. Hinzu kommen Zuschläge und gegebenenfalls die Aufzahlung auf den Mindestauftragswert von 300,00 €.
Woher bekomme ich die Haushaltszahl für mein Wunschgebiet?
Die Haushaltszahlen werden zum Monatsanfang aktualisiert und stehen im Webtool sowie im Postaktuell Manager zur Verfügung. Eine allgemeine Zahl für ein beliebiges Gebiet lässt sich nicht seriös angeben, weil die Auflage vom konkreten Selektionsergebnis abhängt. Planen Sie mit dem Stichtag Monatsanfang und prüfen Sie vor der Auftragsanlage, ob bereits erstellte Aufträge mit aktualisiert wurden.
Bis wann muss ich den Auftrag ankündigen?
Die digitale Vorankündigung über das elektronische Auftragsmanagement ist sieben Kalendertage vor der Sendungsübergabe erforderlich. War sie nicht final, ist eine vollständige Ankündigung mindestens zwei Kalendertage vor der Einlieferung nötig. Wird die Frist versäumt oder zu spät angekündigt, kann sich die Annahme des Auftrags verzögern.
In diesem Leitfaden
- Auftragsdaten für eine Postaktuell-Sendung vollständig vorbereitenWelche Angaben die Postaktuell-Auftragsanlage braucht: Termin, Ort, Menge, Basisprodukt, Gewicht, Zahlungspflichtiger und Ankündigungsfristen.
- Werbeverbote am Briefkasten und die passende Postaktuell-VariantePostaktuell an alle Haushalte oder an Haushalte mit Tagespost: Wie Werbeverbote am Briefkasten wirken und welche Auflage Sie wirklich planen müssen.
- Verteilmenge aus Postaktuell-Preisen und Haushaltszahlen berechnenVerteilmenge berechnen: Haushaltszahlen, Gewichtsstufe, Kern- oder Randgebiet, Zuschläge und Mindestauftragswert von 300 Euro Schritt für Schritt kalkulieren.
- Postaktuell-Verteilung prüfen mit Nachweisen und StichprobenNachweise und Stichproben bei Postaktuell: Welche Belege Sie nach der Einlieferung erhalten und wie Sie die Verteilung mit eigenem Protokoll prüfen.